(Bericht von Uli Schiffgen)
Die Laufferien auf Mallorca waren für uns der ersten Laufurlaub überhaupt, deshalb freuten wir uns schon sehr auf den Aktivurlaub, waren aber auch mit einem etwas mulmigen Gefühl angereist. Wir waren uns nämlich ein wenig unsicher, ob es bei all den Laufbegeisterten auch eine Gruppe geben würde, bei der wir eine Woche lang mithalten konnten. Zudem hatte ich mal wieder Probleme mit der Wade, so dass ich vorsichtshalber noch meine Wanderstöcke diagonal in mein Reisegepäck gequetscht hatte, um mich je nach Tagesform den Nordic Walkern anschliessen zu können.

Die Reise begann für uns früh morgens. Auf nach Zürich zum Flughafen zusammen mit Gabriele und Kees, Steffis Laufkollegen von der LG Derendingen. Schon beim Einchecken wurde uns klar, dass viele April-Feriengäste das Klischee des Mallorca-Sommerurlaubers wirklich nicht erfüllten. Da wurden Rennvelos beim Sperrgepäck aufgegeben und sehr sportliche und offensichtlich fitte Gestalten standen mit Trainingsjacken in kleinen Gruppen zusammen.
Nach einem ruhigen Flug mit atemberaubender Sicht auf die Alpen waren wir am frühen Nachmittag in unserem schönen Hotel in Peguera. Direkt nach der Ankunft begrüsste uns erst einmal Dan Uebersax mit seinem Team und es gab einen feinen Apéro. Nach ersten Informationen über das Wochenprogramm bezogen wir unsere Zimmer und konnten uns auch schon gleich das Lauftenü anziehen, denn vor dem Nachtessen stand noch ein erster extensiver Dauerlauf auf dem Programm. Die 28 Teilnehmer der Laufwoche teilten sich dabei auf drei Laufgruppen mit unterschiedlichen Leistungsniveaus auf, zusätzlich hatte es eine Nordic-Walking-Gruppe.
Unsere kleine Vierer-Reisegruppe verteilte sich prompt auf alle vier Gruppen. Die schnelle Gabriele schloss sich der ersten Laufgruppe von Luzia Schmid an. Kees wählte die Laufgruppe von Dan Uebersax und Steffi fühlte sich bei Marianne Hebeisen in der dritten Laufgruppe sehr gut aufgehoben. Sigi Stäheli betreute die Nordic Walker und nachdem ich meine alten Wanderstöcke gegen die von Sigi mitgebrachten “professionellen“ Nordic-Walking-Stöcke eingetauscht hatte, konnte es losgehen.
Beim Ausflug am ersten Abend erkundeten wir die nähere Umgebung des direkt am Meer gelegenen Hotels, und mit dem guten Gefühl, die ersten Kalorien verbrannt zu haben, ging es dann zu dem sehr feinen Buffet.

Eine völlig neue Erfahrung für manche waren die morgentlichen, meist kürzeren Sporteinheiten vor dem Frühstück. Diese bestanden entweder aus extensiven Dauerläufen, Footing (einem sehr langsamen Dauerlauf, der auch schon mal am Strand entlang führte), Laufschule oder Stretching.
Nach dem ausgiebigen Brunch hatten wir an drei Tagen interessante Theorieblöcke. Hier trugen Dan, Luzia und Marianne einiges zur Saisonplanung, Marathonvorbereitung und mentalen Wettkampfvorbereitung vor. Sie verknüpften diese Themen geschickt mit ihren persönlichen Erfahrungen und beantworteten im Anschluss immer gerne unsere Fragen.
Die sportlichen Haupteinheiten fanden nachmittags statt und waren sehr abwechslungsreich: Intervalltraining, lange Dauerläufe und Fahrtspiel standen auf dem Programm. Unterbrochen wurden diese Einheiten durch einen Nachmittag mit Krafttraining und Stretching und einen freien Nachmittag – ideal für einen Ausflug nach Palma.
Unser Wochenfazit: Wir haben viele nette und interessante Leute kennen gelernt. Die Leistungsdifferenzierung zwischen den einzelnen Gruppen und auch innerhalb der Gruppen hat meistens sehr gut funktioniert. Besonders gut hat uns gefallen, dass auch ein Wechsel zwischen den einzelnen Gruppen jederzeit möglich war.
Mallorca haben wir als eine Insel mit vielen schönen Laufwegen und Trails schätzen gelernt.

Glücklicherweise blieb das angekündigte Regenwetter bis auf wenige Regentropfen aus. Wir hatten wirklich ideales Laufwetter - oft sonnig und Temperaturen um 18°C. Dafür begrüsste uns Zürich nach unserer Landung mit leichtem Schneefall! Willkommen zu Hause.
Uli Schiffgen
